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Allgemeines über Margreid |
Margreid. Mein Heimatdorf.
Auf der nun folgenden Webseite möchte ich mein Heimatdorf Margreid vorstellen.

Es ist das südlichste Dorf
Südtirols auf der rechten Talseite des Unterlandes und liegt auf 243
Meter über dem Meersspiegel. Margreid schmiegt sich an den gewaltigen Felsstock des
Fennberges und wird vom Fenner Bach durchzogen. Es besitzt alte Ansitze
mit wunderschönen Innenhöfen sowie adelige Behausungen, welche vom
Wohlstand vergangener Tage zeugen.
Auch die "älteste Weinrebe Europas", gepflanzt im Jahre 1601, gedeiht in Margreid und in tiefen Weinkellern werden Rot- und Weißweine gekeltert.
Wenn ich so gemütlich und ohne Hast durch Margreid spaziere und mit den Leute rede, scheint es mir oft, als wäre in Margreid die Zeit stehen geblieben. Vieles ist genau so geblieben, wie es in meiner Jugendzeit war. Wenig hat sich verändert und trotzdem gibt es immer etwas Neues und so manches wunderbare Detail zu entdecken.
Beschreibung des Dorfes
Der
Ortskern von Margreid, 243 Meter über dem Meeresspiegel, liegt auf einem
weit ins Tal reichenden Schuttkegel, der in vorgeschichtlicher Zeit vom
Fenner Bach aufgeschüttet wurde, und auf dem dann, und auf dem dann, wie
bei den meisten Orten des Südtiroler Unterlandes, eine Siedlung entstand.
Im Unterschied zu den anderen Ortschaften jedoch, wo weitgehend abwechslungsreiche und sanftere Hügelformen vorherrschen, wird das Landschaftsbild von Margreid hauptsächlich von dem fast 1000 Meter emporragenden Dolomitstock des Fennberges bestimmt, an dessen Fuß man die Häuser des alten Dorfkerns hinbaute. Obwohl der mitten durchs das Dorf fließende Fenner Bach sowie auch häufige Felsstürze nachgewiesenermaßen immer wieder das Dorf bedrohten, wurde eine Verlegung desselben nie notwendig. Die letzte große Unwetterkatastrophe fand übrigens im Jahre 1952 statt, und es war damals nur ein glücklicher Zufall und vor allem den unermüdlichen Bemühungen der freiwilligen Helfer und der Feuerwehr von Margreid und der umliegenden Gemeinden zu verdanken, dass der Ortskern vor einer totalen Einmurung bewahrt werden konnte.
Alle
erwähnten Widrigkeiten und Gefahren konnten das allmähliche Wachsen
Margreids zu einem ansehnlichen Dorf augenscheinlich nicht verhindern,
denn es gibt wohl kaum einen zweiten Südtiroler Ort dieser Größenordnung
mit einem ähnlichen Charakter und einer derartigen architektonischen
Ausstrahlung, wo sich deutsche Gotik mit südländischer Renaissance und
heiterem barock mischt. Waren bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts noch
weitgehend die Stilformen der deutschen Gotik vorherrschend, so wird dann
später die aus dem Süden kommende Renaissance und damit die italienisch
beeinflusste Bauweise bevorzugt.
Margreid wird auch als das Dorf der Torbogen bezeichnet, denn wohl selten kann man in einer Gemeinde eine so große Anzahl von Rundbogen-, Spitzbogen- und Renaissanceportalen antreffen. Außerdem gibt es eine große Anzahl der typischen Doppelbogenfenster und prächtige, mit Schnecken-, Tulpen- und Spangenvisieren gezierte schmiedeiserne Fenstergitter.
Wohl
kein Südtiroler Dorf vergleichbarer Größenordnung überrascht uns mit
einer ähnlichen urbanen Ausstrahlung wie Margreid. Auf den Grundmauern
ernster deutscher Gotik haben hier vom Süden geprägte Baumeister späterer
Jahrhunderte beschwingte Renaissance und heiterer Barock gepflanzt. Der Südtiroler
"Kunstpapst" Josef Weingartner schreibt: "... dass Margreid unbedingt zu
den eigenartigsten Dorfbildern gehört, die in Südtirol zu finden sind.
Steingerahmte Portale, gekuppelte Rundbogenfenster, Freitreppen, -einmal
mit einer zierlichen Loggia- viele und sehr schöne schmiedeiserne
Fenstergitter bestimmen seinen Charakter. Da und dort begegnet man Erkern,
und vermutlich ist auch das unregelmäßige Aus- und Einspringen vieler
Hausfassaden noch ein Überbleibsel aus gotischer Zeit. Deutlich sieht man
es den Häusern an, das viele von ihnen in herrschaftlichem Besitz
standen, und mehr als einmal prangt ein gemaltes oder in Stein gemeißeltes
Wappen an der Fassade oder über den Hoftor."
Traktor
und Landwirtschaftsgerät hinter wappengeschmückten Torbögen zeigen
freilich, dass da Kommen und Gehen bäuerlicher Generationen längst die
Stelle der verblichenen Adelsherrlichkeiten eingenommen hat und heute das
ruhig dahinfließende Dorfleben prägt. Ich weiß keine bessere Zeit für
einen Erkundungsbummel durch Margreid als den Spätherbst, wenn die Leute
nach der Erntehast wieder Zeit füreinander haben und der Geruch des
jungen gärenden Weines überall in den engen Dorfgassen schwebt,
gleichsam als Vorgeschmack des neuen Jahrgangs uns in euphorische Stimmung
versetzend.
In Margreid sind die anderorts zumeist ausgesiedelten Weinkellereinen im Dorfzentrum verblieben, und schwerbeladene Traubenfuhren rollen im Herbst durch die Gassen. Die Margreider Weinberge sind zwar nicht so von der Sonne verwöhnt wie andere Rebhügel, aber schon der Landestopograph J.J. Staffler beobachtete im Jahre 1846, dass der Wein in dieser Gegend in einer vorzüglichen Güte gedeiht, weil der Sonnen Reflex von den abwärts ziehenden Felswänden die vollkommenere Zeitigung der Traube ungemein befördert".
Unumstrittener urbaner Dorfmittelpunkt in jeder Hinsicht ist der dreieckige Hautplatz mit den seinem Brunnen. An seinen Ecken münden die mittelalterlichen Landstraßen ins Dorf: von Osten die Verbindung zum alten Pfarrsitz im Hospiz St. Florian an der Reichsstraße, von Süden die Landstraße von Aichholz und Kurtinig, von Norden jene von Kurtatsch. Der Mittelpunkt des Dorfmittelpunktes, der alte Steinbrunnen in der Platzmitte, der leider der Verkehrsplanung der sechziger Jahre zum Opfer gefallen war, ist im Jahre 1986 als schlichte Neukonstruktion zurückgekehrt. Ein Lindenbaum, in dessen Schatten sich dieser Dorfbrunnen befindet, ziert ebenfalls den Dorfmittelpunkt von Margreid.
Der
turmförmige, alte Ansitz "Hirschprunn"
(heute im Besitz von Hr. Alois Lageder) am Südwestende des Platzes
beeindruckt durch seine repräsentative Innenausstattung: Barockfresken,
reichverzierte Holz- und Stuckdecken, Kapitelle, Wappen, Marmorkamine und
Majolikaöfen zeugen von Geschmack und Wohlhabenheit der einstigen
Besitzer.
Lediglich auf den Eckpfeilern ruht der frei aufragende gotische Kirchturm, der merkwürdigerweise durch die Straße von der St. Gertraudskirche getrennt ist. Des Rätsels Lösung finden wir an der Südseite des Turms, wo ein gotisches Portal aus dem Jahre 1492 und Spuren des Giebelansatzes auf eine abgebrochene Kirche hinweisen. Im Jahre 1618 wurde nämlich auf der anderen Straßenseite ein großzügiger Renaissancebau erstellt, der in seiner lichten Weite mit seinen Stuckverzierungen, Palladiomotiven, reichen Fresken und seinen Marmoraltären besticht. Jedoch mehr davon in der Rubrick "Die Pfarrkirche".
Eine
sehr gefällige achteckige Kapelle mit Kupel und Laternenaufbau in
heiterem Barockstil (A.D. 1699) prägt die Kreuzung der alten Dorfgasse
mit der Weinstraße. Am Haus mit dem doppelgeschossigen Eckerker erinnert
eine Marmorinschrift daran, dass hier der Kunstmaler Karl Anrather (1861 -
1893) geboren wurde, der zu den interessantesten Tiroler Künstlern des
19. Jahrhunderts zählt. Von seiner Hand stammen auch die allegorischen
Jahreszeiten am Ecktürmchen des Ansitzes "Löwengang" (heute im Besitz von Hr. Alois Lageder) in der
Grafengasse. Auch hiervon mehr in der Rubrik "Persönlichkeiten".
Beschreibung des Margreider Wappens
Das
Margreider Wappen stellt ein Schild dar, welches zwei geteilt ist, oben in
Rot gehalten und unten in Schwarz. Darin ein goldenes Posthorn ohne
Verschnürrungen. Die Farben Rot und Schwarz entsprechen dem Wappen des
alten in Margreid sesshaften und im Jahre 1511 ausgestorbenen Geschlechts "ob
der Platten". Das Posthorn scheint in Margreider Gemeindesiegel von 1780
auf.
Wenn Sie nun auch Lust auf Margreid bekommen haben, so stöbern Sie doch einfach mal diese Webseite durch. Vielleicht ist auch etwas Interessantes für Sie dabei. Viel Spaß ...